Beitragssteigerungen in der gesetzlichen Krankenversicherung offenkundig nicht vermeidbar!

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2022│   Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist nicht nur aufgrund der immer noch anhaltenden Corona-Pandemie äußerst angespannt. Grundlegend will die neue Ampel-Koalition eine Dynamisierung des Zuschusses erreichen, doch Prognosen aus dem Bundesgesundheitsministerium zeigen auf, dass die Versicherten mit weiteren Beitragssteigerungen rechnen müssen.

Krankenkassen erhöhen Zusatzbeitrag

Bereits zum Jahreswechsel hatten 19 der insgesamt 97 bundesdeutschen Krankenkassen den Zusatzbeitrag erhöht und den gesetzlich Versicherten keine guten Neuigkeiten beschert. Nach Angaben eines großen Internet-Vergleichsportals waren von diesen Erhöhungen insgesamt 21 Millionen Versicherte betroffen. Auch im laufenden, aber vor allem im kommenden Jahr ist davon auszugehen, dass etliche Kassen ihre Beiträge anpassen.

Im Rahmen eines Zeitungsinterviews erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), dass die Erhöhungen augenscheinlich nicht zu vermeiden seien und verwies dabei auf das von etlichen Experten bereits erwartete Defizit von rund 17 Milliarden Euro, welches in der Bilanz der gesetzlichen Krankenversicherung eine erhebliche Belastung darstelle. Der Bundesgesundheitsminister deutete zwar an, dass versucht werde, die Last des Fehlbetrages möglichst auf mehrere Ebenen zu verteilen, beispielsweise durch eine Rücklagenanpassung der Kassen oder durch erneute Erhöhungen des Steuerzuschusses, doch letztendlich werden auch die Versicherten aufgrund der Höhe des Defizits einen Teil zur Finanzierung der Krankenkassen leisten müssen, so Lauterbach.

Corona-Krise nur zum Teil Auslöser des Defizits

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di und des Deutschen Gewerkschaftsbundes tragen die Kosten für die Corona-Pandemie erheblich zur Belastung der gesetzlichen Krankenversicherung bei und werden nach Aussagen des DGB-Vorsitzenden für die Oberpfalz, Christian Dietl, auf etwa 30 Milliarden Euro beziffert. Da die Steuerzuschüsse nicht alle Ausgaben deckeln konnten, sei die finanzielle Schieflage nachvollziehbar. Auch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, welche durch die Pandemie begünstigt wurden, schwächten die Einnahmen der Kassen. Dennoch ist die Corona-Krise nur eine Teilursache für das Defizit. Hauptfaktor sei nach Auffassung des Bundesgesundheitsministeriums die Leistungsausweitungen der letzten Jahre.

Begonnen mit den Maßnahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes bis zu den Erhöhungen für die Festzuschüsse beim Zahnersatz, wurden die Leistungen für die gesetzlich Versicherten stetig verbessert. Dieses fordere seinen Preis, so der Bundesgesundheitsminister, und die Prognose der Kassen zum Milliardendefizit habe sich in diesem Kontext bestätigt. Nun gehe es vor allem darum, weitreichende Beitragserhöhungen möglichst zu verhindern. Eine Option sei die Zuschussanhebung seitens der Bundesregierung von zuletzt 14,5 auf 28,5 Milliarden Euro. Für weitere Optionen arbeite die Ampel-Koalition bereits an einem Finanzierungsgesetz für die gesetzliche Krankenversicherung, welches zeitnah vorgelegt werden soll.

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Weiterführende Quellen zu diesem Thema

1. Handelsblatt
2. Pfefferminzia
3. Versicherungsboote

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