3 Prozent Nettoverzinsung in der Privaten Krankenversicherung!

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2021│   Geschätzte Lesezeit: 2.4 Minuten

Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase erzielt die Private Krankenversicherung eine Nettoverzinsung von fast 3 Prozent. In einer Pressemitteilung erläuterte der Vorsitzende des PKV-Verbandes Ralf Kantak die Vorteile des sogenannten Nachhaltigkeitsprinzips zur Entlastung der Versicherten.

Private Krankenversicherung fit für die Zukunft

Trotz der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, welche den Leitzins seit nunmehr 5 Jahren bei 0 Prozent hält, konnte die Private Krankenversicherung ihre Nachhaltigkeitsreserve im Jahr 2020 auf 288 Milliarden Euro erhöhen. Die einzelnen Versicherungsunternehmen erzielten so eine durchschnittliche Nettoverzinsung von fast 3 Prozent. In der Summe stehen so jährlich rund 8 Milliarden Euro Zinserträge auf der erwirtschafteten Guthabenseite der Privaten Krankenversicherung, welche dazu dienen die Versicherten finanziell zu entlasten. Diese bewusste Methodik der systematischen Rückstellungen der PKV wirkt den zunehmenden Krankheitskosten im Alter entgegen. Branchenintern fließen nach Angaben des PKV-Vorsitzenden so aktuell etwa 36 Prozent aller Einnahmen in die Nachhaltigkeitsreserve, was allein im letzten Jahr eine Gesamtsumme von 14 Milliarden Euro ausmachte.

Um eine ertragreiche Rendite zu gewährleisten, vermehren die Versicherungsunternehmen das Kapital in langfristigen Anlagen, sicheren Anleihen, in Projekten der Infrastruktur wie beispielsweise der Windkrafttechnologie und auch in Immobilien. Große Teile der Kapitalerträge gelangen auf diese Weise wieder zum zweckgebundenen Nutzen der Versicherten und zur Grundlagensicherung der Altersversorgung in den Nachhaltigkeitspool der PKV zurück, um eine zukünftige Lastenverschiebung zu vermeiden. Die nachfolgenden Generationen bleiben so von der Mitfinanzierung der höheren Kostenaufwendungen für die Älteren verschont. Mit diesen konsequenten Maßnahmen hat sich die Private Krankenversicherung systematisch und seit Längerem auf den demografischen Wandel eingestellt.

Langfristige Stabilität durch einen tragfähigen Generationenvertrag

In der Pressemitteilung des Verbandes betonte der PKV-Vorsitzende Kantak, dass die Nachhaltigkeitsreserve und die schuldenfreien, transparenten Kapitalinvestitionen ein gutes Beispiel dafür seien, wie Lösungen aussehen können, um einen tragfähigen Generationenvertrag zu etablieren. Hierfür benötige es keiner revolutionärer Veränderungen, sondern lediglich kleine Schritte und die Einbeziehung von mehr Eigenvorsorge, damit langfristige finanzielle Stabilität dauerhaft verbessert werden kann. Ein Bereich dieser verantwortungsvollen Eigeninitiative sei die private Zusatzversicherung, welche sich auch besonders für das Segment der Kranken- und Pflegeversicherung anbieten würde, so Ralf Kantak. In diesem Zusammenhang äußerst erwähnenswert sei nach Aussage des PKV-Vorsitzenden die Initiative der Chemie-Branche, die zum 1. Juli dieses Jahres starte.

Im Tarifvertrag wurde hier eine betriebliche Pflegezusatzversicherung vereinbart, bei der die Arbeitgeber die Beitragszahlungen leisten, sodass Beschäftigten im Leistungsfall 1.000 Euro Pflegegeld pro Monat zustehen. Dieser Betrag liegt weit über dem Leistungssatz der vonseiten der Politik geplanten Pflegereform. Bedauerlich, dass auch die Bundesregierung zunächst vorgesehene Förderungsoptionen zur Eigenvorsorge in der jetzigen Fassung der Reformvorhaben nicht mehr berücksichtigte und so bleibt zu hoffen, dass diese Thematik in der neuen Legislaturperiode wieder aufgegriffen wird. Hierzu sei es ferner unbedingt nötig, so der PKV-Vorsitzende, dass die Einkommensgrenzen zur Wechselmöglichkeit in die PKV wieder abgesenkt werden, da jede/r zusätzlich Privatversicherte eine Entlastung für das Gesundheitssystem darstelle.

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